Etwa
200 Billstedter Bürger sowie einige Gäste aus anderen Stadtteilen nahmen an
der Podiumsdiskussion zum Thema Schlickdeponie in Kirchsteinbek teil. Der
Andrang in den Kulturpalast war so groß, dass die Mitarbeiter des
Kulturpalastes Schwierigkeiten hatten für ausreichend Sitzgelegenheiten zu
sorgen. Viele mussten leider stehen. Ein Dank an dieser Stelle an den
Kulturpalast und seine Mitarbeiter für die hervorragende Abwicklung dieser
spannenden Veranstaltung.

Eröffnet wurde die Podiumsdiskussion durch den Vorsitzenden des Bürger- und
Kommunalvereins Billstedt Herrn Petersen, dessen Verein als Gastgeber der
Veranstaltung fungierte.
Jeder
der Podiumsteilnehmer bekam von der Moderatorin Kerstin Michaelis (freie
Journalistin) die Gelegenheit zu einer Eingangsstellungnahme zum Thema neue
Schlickdeponie in Kirchsteinbek. An dieser Stelle auch ein Dank an Frau
Michaelis für die souverän moderierte Veranstaltung.
Herr Heinz Glindemann (HPA,
Leiter Strombau) zeigte sich erfreut am großen Interesse an der
Veranstaltung und wies daraufhin, dass die HPA noch keine konkreten Pläne
bezüglich einer Schlickdeponie auf dem Altspülfeld Kirchsteinbek habe. Diese
würde zum gegenwärtigen Zeitpunkt lediglich eine mögliche Option darstellen.
Frau
Maren Jonseck-Ohrt (BUND Hamburg) wies auf die Altlast des Altspülfeldes
Kirchsteinbek und die Gefahr hin, die für das Grundwasser und
die umliegenden Gewässer bestünde, wenn eines Tages begonnen wird, einen bis
zu 28 m hohen Schlickberg auf dem Altspülfeld aufzuschütten. Die Tatsache,
dass das Gebiet des Altspülfeldes Teil eines Landschaftsschutzgebietes ist
und gegenwärtig eine schützenswerte Tier und Pflanzenwelt auf diesem Gelände
vorhanden ist, sind weitere Argumente gegen die Einrichtung einer
Schlickdeponie.

Herr Prof. Dr. Günther
Miehlich (Institut für Bodenkunde der Universität Hamburg) präsentierte alle
wissenschaftlichen Erkenntnisse, die über das Altspülfeld Kirchsteinbek
gegenwärtig vorliegen und stellte folgende Prognose:
•
Die geplante
Schlickdeponie behebt das Problem kontaminierter oberflächennaher Sedimente
•
Auf längere
Sicht vermindert die geplante Schlickdeponie die Aussickerung kontaminierter
Sickerwässer. Es ist aber während und einige Zeit nach dem Bau mit einer
Aussickerung von Porenwasser durch die Auflast zu rechnen.
•
Die
Einrichtung der Deponie scheint mir ohne eine erhebliche Verbesserung der
Standfestigkeit des bestehenden Spülfeldes nicht möglich.
•
Die
Entfernung der bestehenden Vegetation stellt einen Eingriff im Sinne des
Naturschutzgesetzes dar. Angesichts der langen Bauzeit scheint mir die
frühzeitige Durchführung von Ersatzmaßnahmen erforderlich. Neben Maßnahmen
in Billstedt eignen sich das nahe gelegene Naturschutzgebiet Boberger
Niederung in besonderem Maße dafür.
Herr
Herbert Bremer (Leiter Referat Bodenschutz/Altlasten der BSU) bestätigte die
Ausführungen von Herrn Prof. Miehlich und wies daraufhin, dass bei der aktuellen
Nutzung (Brache) aus Gefahrenabwehrgründen keine Sanierung notwendig ist.
Die
Schutz- und
Beschränkungsmaßnahmen (Betretungsverbot) und eine Grundwasserüberwachung
sind ausreichend. Vor Realisierung einer anderen Nutzung (z.B. Naherholung)
wären jedoch Rekultivierungs- oder weitere Sicherungsmaßnahmen (z.B.
Abdeckung) erforderlich.
Das ständige Grundwassermonitoring zeigt, das gegenwärtig kein akuter
Handlungsbedarf für eine Sanierung des Spülfeldes vorliegt. (Geändert am
20.10.2007 auf Wunsch der BSU)
Sowohl Markus Schreiber als auch Werner Danziger wiesen daraufhin, dass das
Ganze im Widerspruch zum Konzept des Entwicklungsraumes Billstedt/Horn
steht.
Sowohl Markus Schreiber als auch Werner Danziger wiesen daraufhin, dass das
Ganze im Widerspruch zum Konzept des Entwicklungsraumes Billstedt/Horn
steht.
Sowohl Markus Schreiber als auch Werner Danziger wiesen daraufhin, dass das
Ganze im Widerspruch zum Konzept des Entwicklungsraumes Billstedt/Horn
steht.
Sowohl Markus Schreiber als auch Werner Danziger wiesen daraufhin, dass das
Ganze im Widerspruch zum Konzept des Entwicklungsraumes Billstedt/Horn
steht.
Sowohl Markus Schreiber als auch Werner Danziger wiesen daraufhin, dass das
Ganze im Widerspruch zum Konzept des Entwicklungsraumes Billstedt/Horn
steht.

Nach dieser Eingangsrunde,
hatte Herr Glindemann von der HPA die Gelegenheit noch einmal die Planungen
bezüglich der Schlickdeponie Kirchsteinbek vorzustellen.
In
seinem Vortrag versicherte er mehrfach, wie viel gutes für Billstedt bei
diesem Projekt doch abfallen würde. Ein saniertes Altspülfeld mit einem
Naherholungsgebiet wäre doch das Ergebnis der Bemühungen der HPA. Dass
dieses Naherholungsgebiet erst in einer fernen Zukunft für die Billstedter
zur Verfügung stehen wird, wurde von ihm jedoch nicht direkt erwähnt.
Stattdessen wurde von ihm angekündigt, dass das Altspülfeld demnächst nicht
mehr so frei zugänglich sein soll, wie es gegenwärtig der Fall ist, damit
eine Gefährdung von Menschen in Zukunft ausgeschlossen ist.
Zur
Demonstration welch hochwertiges Material, der Abfall der METHA-Anlage
darstellt, welcher ja auf dem Altspülfeld deponiert werden soll, hatte die
HPA drei Eimer mit diesem hochwertigen Material mitgebracht. Es wurde darauf
hingewiesen, dass dieses Material deutlich weniger belastet ist, als der
Schlick der auf dem Altspülfeld gelagert ist. Man vergaß aber mal wieder zu
sagen, dass dies immer noch so giftig ist, dass es wie geplant in der neuen
Deponie auf dem Altspülfeld eingelagert werden muss und nicht ohne weiteres
für beliebige Baumassnahmen verwendet werden kann. Obwohl das Altspülfeld
Kirchsteinbek zur Deponierung des METHA-Abfalls ja angeblich nur eine Option
ist, wurde auf Alternativen zu keinem Zeitpunkt des Vortrages und auch
während der Veranstaltung eingegangen. Die von der HPA verteilten
Hochglanzbroschüren und die Tatsache, dass die Rote Brücke schon für den zu
erwartenden LKW-Verkehr vorbereitet wurde, zeigen eigentlich, dass die
Planungen ziemlich sicher auf die Verwendung des Altspülfeldes als
Deponiefläche hinauslaufen sollen. (Siehe auch
"Warum ich gegen den Schlickberg bin" von Werner Dantziger)
Während des Vortrages von Herrn Glindemann hatten einige Billstedterinnen
und Billstedter Atemschutzmasken aufgesetzt, um ihrer Besorgnis bezüglich
der zukünftigen Umweltbelastungen während der Einlagerung des METHA-Abfalles
auf dem Altspülfeld zum Ausdruck zu bringen.
Im
Anschluss nutzte das Publikum ausgiebig die Gelegenheit, die
Podiumsteilnehmer zu befragen und auch kritische Kommentare abzugeben.
Positiv bleibt festzuhalten, dass sich alle Vertreter der größeren
politischen Parteien klar gegen die geplante Schlickdeponie aussprachen.
Am Ende bleibt als Fazit
festzuhalten:
Warum soll ausgerechnet
Billstedt wieder so ein „schönes“ Geschenk erhalten ?
Diese
Frage wurde leider nicht beantwortet.
Verfasser: Wolfgang Strauß, AK Schlickberg